Antrag Biberschutz
Dieser Antrag wurde eingereicht für die Sitzung der GVV am 28.1. und angenommen.
Beschlussvorlage
Status: öffentlich
Einreicher: Grünes Bürgerbündnis Briesetal (GBB)
Bearbeitender Amtsbereich: Bauamt
Finanzielle Auswirkung: gering
Titel: Schutz der Biber im Untermühlenteich
Beschlusstext:
Die Gemeindevertretung von Birkenwerder beschließt:
1.den Bereich des Untermühlenteichs der Natur zu überlassen,
2.den Kunststoffblockbohlenweg zu sperren. Falls der Biber dauerhaft am Untermühlenteich bleibt, ist zu prüfen, den Bohlenweg teilweise bis zur Brücke zurückzubauen,
3.das Nahrungsangebot für den Biber ufernah zu verbessern.
4.Um den berechtigten Interessen der Anlieger auf Schutz ihres Eigentum vor Hochwasser gerecht zu werden, das Niveau der Landschaft zu ermitteln und eine Hochwassermarke/Pegelstandsanzeige zu installieren und dann die aktiven Arbeiten des Wasser- und Bodenverbandes „Schnelle Havel“ vorerst einzustellen und sich auf die Beobachtung zu begrenzen.
5.Auf der kleinen Briesebrücke einen Informations-/Aussichtspunkt zu errichten.
Begründung:
Zu 1
Der Bereich des Untermühlenteiches ist gemäß Flächennutzungsplan (FNP) der Gemeinde Birkenwerder als zu schützendes Biotop ausgewiesen.
Auch der Grünordnungsplan der Gemeinde Birkenwerder stellt in diesem Bereich auf Maßnahmen der Verbesserung des Biotopcharakters ab und schreibt als solche unter Pkt.: 26 eine Anhebung des Wasserstandes des Untermühlenstaus zur besseren Vernässung des Gebietes vor. Nunmehr hat der Biber (geschützt auch durch das BbgNatschutzG) dieses Gebiet für sich entdeckt und führt kostenlos die Maßnahme Nr. 26 des GOP für uns durch.
Zu 2
Um die Natur des Briestals, einschließlich der stetigen, natürlichen Veränderungen, für den Menschen erlebbar zu machen, wurde der Blockbohlenweg errichtet.
Dieser steht im oberen Bereich bis zur kleinen Brücke unter Wasser und ist somit nicht mehr gefahrlos begehbar.
Eine technische Lösung zum Erhalt des Weges unter Berücksichtigung der Maßgaben des FNP und GOP ist nicht ersichtlich.
Zu 3
Um Schäden bei den Kulturpflanzungen der Anlieger zu mindern (Verbiß/Fällung der Obstbäume etc.) muss der Nahrungsdruck für den Biber minimiert werden. So sollten im Uferbereich Stecklinge von Weiden gesetzt werden, Pappel gepflanzt und Erlen auf Stock gesetzt werden.
Daneben sind Anlieger über geeignete Baumschutzmaßnahmen zu informieren.
Zu 4
Naturschutz innerhalb des bebauten Bereiches unserer Gemeinde birgt immer Konfliktpotenzial.
Um die, in diesem Gebiet in Ufernähe zulässigerweise errichteten Gebäude und andere Bauwerke (Fundamente der Humboldtbrücke) vor Hochwasser zu schützen, sollten diese höhenmäßig eingemessen werden und auf einem Wasserpegelanzeiger eine Hochwassermarke definiert werden.
Zu 5
Da dieser Bereich des Untermühlenteiches innerhalb des Briese und Wanderwegenetzes liegt und durch den Biber eine touristische Aufwertung erfolgt, sollte mit ansprechenden Infotafeln etc. auf die Tatsache „Birkenwerder, der Biber mitten unter uns“ aufmerksam gemacht werden.
Wir glauben, dass es keine weitere Stadt/Gemeinde in Deutschland gibt, die mitten in der bebauten Ortslage über eine Biberansiedlung verfügt.
20.01.2010
Dr. Bernd Gräber
Fraktionsvorsitzender GBB